Dienstag, 7. Januar 2014

Meine Geschichte #3

Dies ist der dritte Teil meiner Lebensgeschichte. Zum besseren Verständnis solltet ihr die ersten beiden Teile vorher lesen. Schaut dazu doch einfach mal ins Archiv.

...So verging die Zeit. Meine Geschwister und ich wurden zu einem richtigen Team. Unsere Nachbarin, die von Mamas Krankheit wusste half uns immer mal wieder, passte auf den kranken Kevin auf und bezahlte seine Therapiekosten.

2009 lernte ich den wunderbarsten Menschen meines Lebens kennen. Daniel. Ich war damals 14, wurde 15 und er war 18. Es war zunächst nur ein bisschen geflierte und von beiden Seiten war zu dem Zeitpunkt auch noch nicht mehr beabsichtigt. Zumal der Altersunterschied es uns sehr schwer machte. Ich hätte gerne mit jemanden darüber gesprochen über Mädchenthemen eben. Manchmal wenn Mama nüchtern war taten wir das auch. Ich genoss diese Momente richtig, sie waren selten aber für mich unglaublich wichtig. Silvester 09/10 verbrachte ich mit Daniel und einigen anderen Leuten aus der Gegend. Es war ein wunderschönes Fest, ich war das erste Mal Silvester nicht zuhause und habe Mama alleine gelassen. Danach war sie 3 Tage verschwunden und keiner wusste wo sie war. Wir haben uns ehrlicherweise nur bedingt Sorgen gemacht. Ich wusste, dass sie wieder getrunken hatte und bestimmt irgendwo lag, sich ausnüchterte und einfach nur noch wusste wie sie nach hause kommen sollte. Ich behielt recht. Am 4.Januar stand sie dann wieder plötzlich wieder vor der Tür.

Die Wochen danach waren schrecklich. Ich hatte keine zeit für Daniel und der Kontakt fiel komplett weg. Freunde sagten mir wie er sich mit anderen Mädchen traf. Ich nahm ihm es nicht übel, wir waren nicht mal ansatzweise zusammen und außerdem habe ich ja auch den Kontakt abgebrochen. Mama weinte nachts, sie konnte nicht mehr schlafen wenn es dunkel war und sie wollte das wir nicht mehr rausgehen. Nach langem hin & her wussten wir dann endlich was in jener Nacht mit ihr passiert sein musste.

Wir gingen zur Polizei, leider konnte sie sich nicht mehr an den Mann erinnern, wohl auch wegen dem Alkohol. Auch die Spuren an ihrem Körper waren nicht eindeutig. Die Polizei schenkte uns zwar glauben, aber sie konnten bis heute nichts tun. Sie sagten, Mama sollte eine Therapie machen und ihren Kindern danken, dass sie alles so gut im Griff hatten.
Seit diesem Tag hatten wir also eine Familienhilfe. Sie unterstütze uns in allem was uns gerade durch den Kopf ging. Sie war eine tolle Frau. Mit ihrer Hilfe habe ich es geschafft wieder Kontakt zu Daniel aufzunehmen und wir trafen uns wieder regelmäßiger. Er feierte seinen 19. Geburtstag und steckte mitten in seinen Abiturprüfungen, hatte deswegen leider auch sehr wenig zeit für mich. So verging die Zeit und Mama reduzierte ihre Alkoholmenge langsam aber beständig. Im Mai hatte Daniel seine Prüfungen hinter sich und wir sahen uns wieder und irgendwie merkte man, dass es doch mehr war als nur ein freundschaftliches Treffen. Am 3.6.2010 machte er mir ein absolut schönes Liebesgeständnis. Am Ende des Monats kam dann mein kleiner Neffe zur Welt und auf Daniels Abiball bekam ich mit 15 dann auch endlich meinen ersten Kuss. Am 14.7. hat er mich dann die alles entscheidene Frage gestellt. Wir wurden ein Paar.


Fortsetzung folgt.

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